Die Währungsreform 1948 - Die Einführung der D-Mark


Das Ende der Inflation

Im Juni 1948 herrschte reger Betrieb in den Umtauschstellen
Im Juni 1948 herrschte reger Betrieb in den Umtauschstellen

1948 beendet die Währungsreform in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands eine durch Rüstungs- und Kriegsfinanzierung, Preis- und Lohnstopp sowie Devisen-bewirtschaftung seit Mitte der 1930er Jahre hervorgerufene Inflation. Gesetze der amerikanischen, britischen und französischen Militärregierung zur Neuordnung des Geldwesens regeln die Einführung einer neuen Währung sowie Anmeldung und Ablieferung von Altgeld.

 

Am 21. Juni 1948 löst die D-Mark die Reichsmark ab. Zwar wird grundsätzlich im Verhältnis 1:1 umgestellt, doch es gibt viele Sonderbestimmungen. Am Ausgabetag erhält jeder Westdeutsche und jeder Einwohner des Westsektors von Berlin 40 D-Mark. Gleichzeitig mit der Währungsreform wird die soziale Marktwirtschaft in den Westzonen eingeführt. Lange entbehrte Konsumgüter sind wieder zu kaufen und das Geld hat wieder Wert, jedoch steigen die Preise schnell.

 

 

Der Aufstieg der D-Mark

Die D-Mark gewinnt im Zuge des Wirtschaftswunders in den 1950er und 1960er Jahren international rasch an Bedeutung. Ein Meilenstein ist die Herstellung der Konvertibilität 1958. In den 1970er Jahren übernimmt die D-Mark nach dem Dollar zunehmend die Rolle einer internationalen Anlage-, Anker- und Reservewährung. Sie ist eine der stabilsten Währungen der Welt. Mit dem Inkrafttreten der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik und der DDR am 1. Juli 1990 wird die D-Mark als alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt. In einem Staatsvertrag wird der Umtausch kurs von DDR-Mark in D-Mark für Löhne, Gehälter und Renten im Verhältnis 1:1 festgelegt, ebenso für private Sparguthaben bis zu 4 000 Mark je Person.

 

Der Weg zum Euro

Mit dem Fortschreiten der europäischen Einigung verliert die D-Mark wieder an Bedeutung. 1999 tritt die im Maastrichter Vertrag beschlossene dritte Stufe der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion in Kraft: die nationalen Währungen werden durch den Euro als gemeinsame europäische Währung abgelöst. Anfänglich umfasst die Euro-Zone elf Staaten der Europäischen Union, weitere treten hinzu. In einer dreijährigen Übergangsphase bleiben die nationalen Währungen weiter in Umlauf, während der Euro zunächst nur als Buchgeld existiert.

 

Am 1. Januar 2002 wird das Euro-Bargeld eingeführt und löst die D-Mark als gesetzliches Zahlungsmittel ab. Ein vorher unwiderruflich festgelegter Umrechnungskurs bestimmt, dass eine D-Mark 1, 95583 Euro entspricht. Obwohl die Bundesrepublik zu den politischen Initiatoren der Währungsunion zählt, gibt es in der Bevölkerung große Vorbehalte, da die D-Mark als Symbol des deutschen Wirtschaftswunders gilt.

 

 

Autor: Brigitta Thomas

Typische Szenen vor den Wechselstuben in Westdeutschland