Der Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941


Der Beginn einer globalen Auseinandersetzung

Am frühen Morgen des 7. Dezember 1941 griffen sechs japanische Flugzeugträger die amerikanische Pazifikflotte an, die in Pearl Harbor vor Anker lag. Die japanischen Flugzeuge griffen in zwei Wellen an. Ihr Anflug wurde nicht entdeckt, so dass sie ihre Bomben und Torpedos sehr präzise in ihr Ziel bringen konnten. Das Schlachtschiff „Arizona“ wurde in die Luft gesprengt, sieben weitere Schlachtschiffe auf Grund gesetzt, zehn andere Schiffe im Hafenbecken, und die meisten amerikanischen Flugzeuge am Boden beschädigt oder zerstört.

Ausschnitt aus der Deutschen Allgemeinen Zeitung, 1941
Ausschnitt aus der Deutschen Allgemeinen Zeitung, 1941

Über die Gründe für den Erfolg des Überraschungsschlags gibt es bis heute viele Diskussionen und Spekulationen. Hatte die amerikanische Regierung vorher von dem Angriff gewusst und ihn sogar provoziert oder hatte man ganz einfach das Geschick und den Wagemut der Japaner unterschätzt?

 

Auf jeden Fall machte der Angriff den Krieg zu einer globalen Auseinandersetzung und Roosevelt, der den Krieg gegen Japan nicht bewusst herbeigeführt hat, nahm die Vorgänge in Pearl Harbor insofern erleichtert zur Kenntnis, weil er die kriegsmüde Nation nun zum Krieg gegen Japan und Deutschland aufrufen konnte.

 

Der Ausbruch aus dem amerikanischen Isolationismus ließ sich bald nach dem Angriff auf Pearl Harbor mit den weiteren japanischen Maßnahmen rechtfertigen. Japanische Truppen marschierten in Thailand ein und begannen damit die von ihnen als „Befreiung Asiens von der Herrschaft der Europäer" bezeichnete Expansion im asiatisch-pazifischen Raum.

 

Für Japan sollte sich Pearl Harbor als strategische und taktische Katastrophe erweisen, hatte man doch mit einer amerikanischen Gegenwehr nicht gerechnet. Vor allem war Japan der amerikanischen Macht, die sich erst neu organisieren und auf einen Krieg vorbereiten musste, rüstungstechnisch unterlegen.

 

Die USA taten das, womit die Japaner nicht gerechnet hatten. Sie unterbrachen alle Verhandlungen, die sie zuvor mit Japan geführt hatten; bereits am folgenden Morgen beantragte Präsident Roosevelt die Kriegserklärung an Japan, und der Kongress stimmte zu. Man entschied sich einmütig für einen Krieg bis zur Kapitulation Japans.


Weltblitzkrieg gegen eine Legende?

 Andere Staaten schlossen sich dem japanischen Krieg gegen die USA an. Mussolini trat offiziell in den Krieg ein, und Hitler, der die Japaner schon wiederholt gedrängt hatte, gegen Großbritannien vorzugehen, war von dem Gedanken begeistert, nun endlich gegen die USA losschlagen zu können.

 

Wieder trat Hitler, nachdem er sich durch eigenes Handeln und fremde Reaktionen in eine ausweglose Situation manövriert hatte, die militärische Flucht nach vorne an und hoffte auf die Vernichtung des britischen Imperiums durch die Eröffnung einer neuen Front. Wie man aber die USA besiegen könne, das wisse er, so Hitler am 3. Januar 1942, noch nicht. Bis zum bitteren Ende sollte ihm keine Lösung einfallen. 

 

Bereits in der Nacht vom 8. zum 9. Dezember erging die Weisung Hitlers, jedes Schiff der Vereinigten Staaten zu versenken. Am 11. Dezember überbrachte der Diktator dem eifrig applaudierenden Reichstag die Nachricht von der formellen deutschen Kriegserklärung an Washington. Die nationalsozialistische Führung war sich mit Hitler einig, dass die amerikanische Militärmacht eine Legende sei. Nun sollte der globale Konflikt an mehreren Fronten als Weltblitzkrieg geführt werden.

 

Die beiden Militärmächte Deutschland und Japan verabredeten im Januar 1942 trotz der großen Entfernung zwischen den Kriegsschauplätzen eine Koordination ihrer Feldzüge, was freilich nur Absicht blieb.