Das Abzeichen der Wehrmacht


Mit dem „Gesetz über den Aufbau der Wehrmacht“ vom 16. März und dem „Wehrgesetz“ vom 21. Mai 1935 vollzogen das NS-Regime und die militärische Führung in aller Öffentlichkeit den Aufbau der auf der allgemeinen Wehrpflicht beruhenden Wehrmacht, der schon lange vorbereitet worden war, aber alles andere als planvoll-koordiniert verlief.

 

Zugleich begann damit eine Phase einer forcierten Aufrüstung und eines gewaltigen personellen Ausbaus, die als „Gewalt-Tour in Sachen Aufrüstung“ bezeichnet wird. Mit der Notwendigkeit einer raschen zahlenmäßigen Erweiterung des Offizierskorps war die politische Vorgabe der sozialen Öffnung der Offizierslaufbahn für Schichten verbunden, die bisher nicht als offiziersfähig galten.

 

Das bedeutete den Verzicht auf die bisherige soziale Exklusivität der Offiziere und stellte vor allem seit Kriegsbeginn 1939 das vielfache Problem, Forderungen der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft und Folgen der sozialen Ausweitung in Übereinstimmung zu bringen mit Verhaltensformen und Symbolen der preußisch-deutschen Militärtradition.

 

Ein Weg, um die Bedingungen einer militärischen Massengesellschaft mit den Erwartungen eines nach wie vor bestehenden und nun noch zusätzlich nationalsozialistisch umgeprägten Elitebewußtseins zu verbinden, war neben der Beibehaltung traditioneller Einheiten die Ausbildung neuer Elite-Einheiten und deren symbolische Hervorhebung durch Ehrenzeichen und -rituale. Dies reichte von der Hervorhebung einzelner Regimenter durch Ehrenbezeichnungen wie „Großdeutschland“ oder „Feldherrenhalle“ bis hin zu besonderen Abzeichen auf den Schulterstücken. Beispiele hierfür sind folgende Einheiten der Wehrmacht:

 

40. Oberwachtmeister vom Kavallerieregiment Nr. 5.

41. Leutnant im Grenadierregiment Nr. 134. Waffenfarbe weiß.

42. Leutnant im Panzergrenadierregiment Nr. 60 „Feldherrnhalle“. Waffenfarbe hellgrün.

43. Grenadier- und Panzergrenadier- Regiment Nr. 60 „Feldherrnhalle“. Waffenfarbe weiß.

44. Oberstleutnant vom Infanterieregiment „Großdeutschland“. Waffenfarbe weiß.

45.Unteroffizier von Infanterie-Regiment „Großdeutschland“. Waffenfarbe weiß.

46. Major in einem Artillerieregiment der Führergrenadier-Division. Waffenfarbe rot.

47. Oberleutnant des Wachregiments Berlin. Waffenfarbe weiß.

48. Oberfeldwebel des Wachregiments Berlin. Waffenfarbe weiß. 

49. Leutnant des Wachregiments Wien. Waffenfarbe weiß.

Hans-Ulrich Thamer