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»Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.«

– Der erste Papst: Petrus

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1. Zusatzinformationen zu Ihren Dokumenten

Übersetzung zu Dokument 1 und 2

 

Die fett markierten Zeilen übersetzen gleichzeitig den Auszug aus dem Papyrus Bodmer VIII (Dok. 1), ff. 21–24

 
 

Kodex B

Signatur: Vat. gr. 1209

Fürchtet euch nicht vor ihnen, und laßt euch nicht erschrecken, sondern
haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig! Seid stets bereit, jedem
Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt;
aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Ge -
wissen. Dann werden die, die euch beschimpfen, weil ihr in (der Gemein-
schaft mit) Christus ein rechtschaffenes Leben führt, sich wegen ihrer
Verleumdungen schämen müssen. Es ist besser, für gute Taten zu leiden,
wenn es Gottes Wille ist, als für böse.


Denn auch Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, er,
der Gerechte, für die Ungerechten, um euch zu Gott hinzuführen; dem
Fleisch nach wurde er getötet, dem Geist nach lebendig gemacht. So ist er
auch zu den Geistern gegangen, die im Gefängnis waren, und hat ihnen
gepredigt. Diese waren einst ungehorsam, als Gott in den Tagen Noahs
geduldig wartete, während die Arche gebaut wurde; in ihr wurden nur
wenige, nämlich acht Menschen, durch das Wasser gerettet. Dem entspricht
die Taufe, die jetzt euch rettet. Sie dient nicht dazu, den Körper von
Schmutz zu reinigen, sondern sie ist eine Bitte an Gott um ein reines
Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi, der in den Himmel
gegangen ist; dort ist er zur Rechten Gottes, und Engel, Gewalten und
Mächte sind ihm unterworfen.


Da Christus im Fleisch gelitten hat, wappnet auch ihr euch mit diesem
Gedanken: Wer im Fleisch gelitten hat, für den hat die Sünde ein Ende.
Darum richtet euch, solange ihr noch auf Erden lebt, nicht mehr nach den
menschlichen Begierden, sondern nach dem Willen Gottes! Denn lange
genug habt ihr in der vergangenen Zeit das heidnische Treiben mitgemacht
und habt ein ausschweifendes Leben voller Begierden geführt, habt ge-
trunken, gepraßt, gezecht und unerlaubten Götzenkult getrieben. Jetzt
erregt es ihren Unwillen, und sie lästern, weil ihr euch nicht mehr in
diesem Strudel der Leidenschaften hineinreißen laßt. Aber sie werden vor
dem Rechenschaft ablegen müssen, der schon bereitsteht, um die Lebenden
und die Toten zu richten. Denn auch Toten ist das Evangelium dazu ver-
kündet worden, daß sie wie Menschen gerichtet werden im Fleisch, aber
wie Gott das Leben haben im Geist.


Das Ende aller Dinge ist nahe. Seid also besonnen und nüchtern, und betet!
Vor allem haltet fest an der Liebe zueinander; denn die Liebe deckt viele
Sünden zu. Seid untereinander gastfreundlich, ohne zu murren. Dient ein-
ander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe,
die er empfangen hat. Wer redet, der rede mit den Worten, die Gott ihm
gibt; wer dient, der diene aus der Kraft, die Gott verleiht. So wird in allem
Gott verherrlicht durch Jesus Christus. Sein ist die Herrlichkeit und die
Macht in alle Ewigkeit. Amen.


Liebe Brüder laßt euch durch die Feuersglut, die zu eurer Prüfung über
euch gekommen ist, nicht verwirren, als ob euch etwas Ungewöhnliches
zustoße. Statt dessen freut euch, daß ihr Anteil an den Leiden Christi habt;
denn so könnt ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit voll Freude
jubeln. Wenn ihr wegen des Namens Christi beschimpft werdet, seid ihr
seligzupreisen; denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes, ruht auf
euch. Wenn einer von euch leiden muß, soll es nicht deswegen sein, weil
er Mörder oder ein Dieb ist, weil er Böses tut oder sich in fremde An -
gelegenheiten einmischt. Wenn er aber leidet, weil er Christ ist, dann soll er
sich nicht schämen, sondern Gott verherrlichen, indem er sich zu dessen
Namen bekennt. Denn jetzt ist die Zeit, in der das Gericht beim Haus
Gottes beginnt; wenn es aber bei uns anfängt, wie wird dann das Ende
derer sein, die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen? Und wenn der
Gerechte kaum gerettet wird, wo wird man dann die Frevler und Sünder
finden? Darum sollen alle, die nach dem Willen Gottes leiden müssen,
Gutes tun und dadurch, ihr Leben dem treuen Schöpfer anbefehlen.
Eure Ältesten ermahne ich, da ich ein Ältester bin wie sie und ein Zeuge
der Leiden Christi und auch an der Herrlichkeit teilhaben soll, die sich
offenbaren wird: Sorgt als Hirten für die Euch anvertraute Herde Gottes,
nicht aus Zwang, sondern freiwillig, wie Gott es will; auch nicht aus
Gewinnsucht, sondern aus Neigung; seid nicht Beherrscher eurer Gemein-
den, sondern Vorbilder für die Herde! Wenn dann der oberste Hirte
erscheint, werdet ihr den nie verwelkenden Kranz der Herrlichkeit
empfangen.


Sodann, ihr Jüngeren: ordnet euch den Ältesten unter! Alle aber begegnet
einander in Demut! Denn Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen
aber schenkt er seine Gnade. Beugt euch also in Demut unter die mächtige
Hand Gottes, damit er euch erhöht, wenn die Zeit gekommen ist. Werft
alle eure Sorge auf ihn, denn er kümmert sich um euch. Seid
nüchtern und wachsam! Euer Widersacher der Teufel, geht wie ein
brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann. Leistet
ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens! Wißt, daß eure Brüder in
der ganzen Welt die gleichen Leiden ertragen müssen! Der Gott aller
Gnade aber, der euch in (der Gemeinschaft mit) Christus zu seiner
ewigen Herrlichkeit berufen hat, wird euch, der ihr kurze Zeit leiden
müßt, wieder aufrichten, stärken, kräftigen und auf festen Grund
stellen. Sein ist die Macht in Ewigkeit. Amen.

Durch den Bruder Silvanus, den ich für treu halte, habe ich euch
kurz ge schrieben; ich habe euch ermahnt und habe bezeugt, daß dies
die wahre Gnade Gottes ist, in der ihr stehen sollt. Es grüßen euch
die Mitauserwählten in Babylon und mein Sohn Markus. Grüßt
einander mit dem Kuß der Liebe! Friede sei mit euch allen, die ihr in
(der Gemeinschaft mit) Christus seid.

Simon Petrus Knecht und Apostel Jesu Christi, an alle, die durch die
Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters Jesus Christus den gleichen
kostbaren Glauben erlangt haben wie wir. Gnade sei mit euch und
Friede in Fülle durch die Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn.
Alles, was für unser Leben und unsre Frömmigkeit gut ist, hat seine
göttliche Macht uns geschenkt; sie hat uns den erkennen lassen, der
uns durch seine Herrlichkeit und Kraft berufen hat. Durch sie
wurden uns die kostbaren und überaus großen Verheißungen ge-
schenkt, damit ihr der verderblichen Begierde, die in der Welt
herrscht, entflieht und an der göttlichen Natur Anteil erhaltet. Darum
setzt allen Eifer daran, mit eurem Glauben die Tugend zu verbinden,
mit der Tugend die Erkenntnis, mit der Erkennntis die Selbst-
beherrschung, mit der Selbstbeherrschung die Ausdauer, mit der
Ausdauer die Frömmigkeit, mit der Frömmigkeit die Brüderlichkeit
und mit der Brüderlichkeit die Liebe. Wenn dies alles bei euch
vorhanden ist und wächst, dann nimmt es euch die Trägheit und
Unfruchtbarkeit, so daß ihr Jesus Christus unsern Herrn, immer
tiefer erkennt. Wem dies aber fehlt, der ist blind und kurzsichtig; er
hat vergessen, daß er gereinigt worden ist von seinen früheren
Sünden. Deshalb, meine Brüder, bemüht euch noch mehr darum,
daß eure Berufung und Erwählung Bestand hat. Wenn ihr das tut
werdet ihr niemals scheitern. Dann wird euch in reichem Maß gewährt, in
das ewige Reich unseres Herrn und Retters einzutreten.


Darum will ich euch immer an das alles erinnern, obwohl ihr es schon wißt
und in der Wahrheit gefestigt seid, die ihr empfangen habt. Ich halte es
nämlich für richtig, euch daran zu erinnern solange ich in diesem Zelte
lebe, und euch dadurch wach zu halten; denn ich weiß, daß mein Zelt bald
abgebrochen wird, wie mir auch Jesus Christus, unser Herr, offenbart hat.
Ich will aber dafür sorgen, daß ihr auch an meinem Tod euch jederzeit
daran erinnern könnt. Denn wir sind nicht irgendwelchen klug ausge-
dachten Geschichten gefolgt, als wir euch die machtvolle Ankunft Jesu
Christi, unseres Herrn, verkündeten, sondern wir waren Augenzeugen
seiner Macht und Größe. Er hat von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit
empfangen; denn er hörte die Stimme der erhabenen Herrlichkeit, die zu
ihm sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden
habe. Diese Stimme, die vom Himmel kam, haben wir gehört, als wir mit
ihm auf dem heiligen Berg waren. Dadurch ist das Wort der Propheten für
uns noch sicherer geworden, und ihr tut gut daran, es zu beachten; denn es
ist ein Licht, das an einem finsteren Ort scheint, bis der Tag anbricht und
der Morgenstern aufgeht in Eurem Herzen. Bedenkt dabei vor allem dies:
Keine Weissagung der Schrift darf eigenmächtig ausgelegt werden; denn
niemals wurde eine Weissagung ausgesprochen, weil ein Mensch es wollte,
sondern vom Heiligen Geist getrieben haben Menschen im Auftrag Gottes
geredet.


Es gab aber auch falsche Propheten im Volk; so wird es auch bei euch
falsche Lehrer geben. Sie werden verderbliche Irrlehren verbreiten und den
Herrscher, der sie freigekauft hat, verleugnen; doch dadurch werden sie
sich selbst bald ins Verderben stürzen. Bei ihren Ausschweifungen werden
sie viele Anhänger finden, und ihretwegen wird der Weg der Wahrheit in
Verruf kommen. In ihrer Habgier werden sie euch mit verlogenen Worten
zu kaufen versuchen; aber das Gericht über sie bereitet sich schon seit
langem vor, und das Verderben, das ihnen droht, schläft nicht.


Gott hat auch die Engel, die gesündigt haben, nicht verschont, sondern sie
in die finsteren Höhlen der Unterwelt verstoßen und hält sie dort ein ge-
schlossen bis zum Gericht. Er hat auch die frühere Welt nicht verschont, nur
Noah, den Verkünder der Gerechtigkeit, hat er zusammen mit sieben anderen
als achten bewahrt, als er die Flut über die Welt der Gottlosen brachte. Auch
die Städte Sodom und Gomorra hat er eingeäschert und zum Untergang
verurteilt, als ein Beispiel für alle Gottlosen in späteren Zeiten. Den ge -
rechten Lot aber, der unter dem ausschweifenden Leben der Gottesverächter
litt, hat er gerettet; denn dieser Gerechte, der mitten unter ihnen wohnte,
mußte Tag für Tag ihr gesetzwidriges Tun sehen und hören, und das quälte
den gerechten Mann Tag für Tag. Der Herr kann die Frommen aus der
Prüfung retten; bei den Ungerechten aber kann er warten, um sie am Tag
des Gerichts zu bestrafen, besonders die, die sich von der schmutzigen Be-
gierde ihres Körpers beherrschen lassen und die Macht des Herrn verachten.
Diese frechen und anmaßenden Menschen schrecken nicht davor zurück,
die überirdischen Mächte zu lästern, während die Engel, die ihnen an
Stärke und Macht überlegen sind, beim Herrn nicht über sie urteilen und
lästern. Diese Menschen aber sind wie unvernünftige Tiere, die von Natur
aus dazu geboren sind, gefangen zu werden und umzukommen. Sie lästern
über Dinge, die sie nicht verstehen; doch sie werden umkommen, wie die
Tiere umkommen, und als Lohn für ihr Unrecht werden sie Unrecht er -
leiden. Sie halten es für ein Vergnügen, bei Tag ein üppiges Leben zu
führen; ein schmutziger Schandfleck sind sie, wenn sie in ihrer trügerischen
Genußsucht mit euch prassen und schwelgen. Sie haben nur Augen für die
Ehebrecherin und sind unersättlich in der Sünde. Sie locken haltlose
Menschen an, deren Sinn nicht gefestigt ist; ihr Herz ist in der Habgier
geübt, sie sind Kinder des Fluches. Sie haben den geraden Weg verlassen
und sind in die Irre gegangen. Sie folgten dem Weg Bileams, des Sohnes
Bosors; ihm ging es nur um den Lohn für sein Unrecht, aber er wurde
wegen seines Vergehens zurechtgewiesen: Ein stummes Lasttier redete mit
menschlicher Stimme und verhinderte das wahnwitzige Vorhaben des
Propheten. Diese Menschen sind Quellen ohne Wasser, sie sind Wolken, die
der Sturm vor sich herjagt; für sie ist die dunkelste Finsternis bestimmt. Sie
führen geschwollene und nichtssagende Reden; sie lassen sich von ihren
fleischlichen Begierden treiben und locken mit ihren Ausschweifungen die
Menschen an, die sich eben erst von denen getrennt haben, die im Irrtum
leben. Freiheit versprechen sie ihnen und sind doch selbst Sklaven des
Verderbens; denn von wem jemand überwältigt worden ist, dessen Sklave
ist er. Sie waren dem Schmutz der Welt entronnen, weil sie den Herrn und
Retter Jesus Christus erkannt hatten; wenn sie sich aber von neuem davon
fangen und überwältigen lassen, dann steht es ihnen am Ende schlimmer
als vorher. Es wäre besser für sie, den Weg der Gerechtigkeit gar nicht
erkannt zu haben, als ihn erkannt zu haben und sich danach wieder von
dem heiligen Gebot abzuwenden, das ihnen überliefert worden ist. Auf sie
trifft das wahre Sprichwort zu: Der Hund kehrt zurück zu dem, was er
verbrochen hat, und: Die gewaschene Sau wälzt sich wieder im Dreck.
Das ist schon der zweite Brief, den ich euch schreibe, liebe Brüder. In
beiden will ich eure klare Einsicht wachrufen und euch erinnern: Denkt an
die Worte, die von den heiligen Propheten im voraus verkündet worden
sind, und an das Gebot des Herrn und Retters, das eure Apostel euch über-
liefert haben. Vor allem sollt ihr eines wissen: Am Ende der Tage werden
Spötter kommen, die sich nur von ihren Begierden leiten lassen und
höhnisch sagen: Wo bleibt denn seine verheißene Ankunft? Seit die Väter
entschlafen sind, ist alles geblieben wie es seit Anfang der Schöpfung war.
Wer das behauptet, übersieht, daß es einst einen Himmel gab und eine
Erde, die durch das Wort Gottes aus Wasser entstand und durch das Wasser
Bestand hatte. Durch beides ging die damalige Welt zugrunde, als sie vom
Wasser überflutet wurde. Der jetzige Himmel aber und die jetzige Erde sind
durch dasselbe Wort für das Feuer aufgespart worden. Sie werden bewahrt
bis zum Tag des Gerichts, an dem die Gottlosen zugrunde gehen.

 


(Quelle: Die Bibel. Altes und Neues Testament. Freiburg, 1980. S. 1368–72)


2. Zusätzliches Dokument

Kreuzigung des Petrus und Enthauptung des Paulus

 

Abbildung aus einem Messbuch von 1202, Standort: Biblioteca Apostolica Vaticana