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NOVA TOTIUS TERRARUM ORBIS GEOGRAPHICA AC HYDROGRAPHICA TABULA auct: Guiljelmo Blaeuw: „Neue

geographische und hydrographische Karte des ganzen Erdkreises von Willem Blaeu“. 
Ein opulenter Titel für eine ebenso opulente Weltkarte, deren erste Ausgabe im Jahr 1606 erschien. Besonders auffällig sind die dekorativen Ränder mit allegorischen Darstellungen der sieben Planeten, der sieben Elemente, der vier Jahreszeiten und Abbildungen der sieben Weltwunder.

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Als Ergänzung zu Ihrem Dokumentenmagazin möchten wir Ihnen an dieser Stelle spannende Hintergrundinformationen zu Willem Janszoon Bleau und seiner eindrucksvollen Weltkarte liefern.

 

Nutzen Sie auch unsere zusätzliche Auswahl an originalgetreu reproduzierten historischen Dokumenten sowie Karten & Plänen. Wir stellen Ihnen nicht nur theoretisches Geschichtswissen zur Verfügung, sondern geben Ihnen gleichzeitig die Möglichkeit, dieses Wissen anhand aufwendig hergestellter Faksimiles zu vertiefen. So wird Geschichte lebendig! 

 

 

 

 


1. Erläuterungen zu den Randleisten der Karte

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Abbildung der oberen Randleiste
Der obere Rand der Karte zeigt die Septem Planeta (sieben Planeten): Die Mondgöttin Luna als Göttin der Jagd; Mercurius als Gott der Händler; Venus als Göttin der Liebe; Sol, der Sonnengott; Mars als Kriegsgott; Iupiter als Blitze werfender König der Götter und Saturnus als Gott des Wachstums.

Abbildung der unteren Randleiste
Im unteren Rand sind die Septem Mirabilia Mundi, die sieben klassischen Weltwunder, zu sehen: Murus Babyloniae, die hängenden Gärten von Babylon; Colossus, die Statue des Sonnengottes Helios über dem Hafeneingang von Rhodos; Pyramides, die Pyramide von Cheops; Mausoleum, das Grabmal des Königs Mausolos in Halikarnassos; Dianae Templum, der Tempel der Artemis in Ephesos; Iupiter Olympicus, die Zeusstatue des Phidias in Olympia und Pharos, der Leuchtturm von Alexandria.

Abbildung der linken Randleiste 
Der linke Seitenrand zeigt Personifizierungen der Quatuor Elementa, der vier Elemente: Ignis (Feuer), Aer (Luft), Aqua (Wasser) und Terra (Erde), jeweils begleitet von typischen Attributen. Als Vorlage diente eine anonyme Serie aus dem Jahr 1586 nach Hendrick Goltzius (1558 – 1617).

Abbildung der rechten Randleiste
Auf dem rechten Seitenrand findet man die Personifizierung der Quatuor Anni Tempestates, der vier Jahreszeiten: Ver (Frühling), Aestas (Sommer), Autumnus (Herbst) und Hyems (Winter). Auffällig ist hier die Zunahme des Alters, der Frühling ist dargestellt als ein Jüngling, der Sommer als ein junger erwachsener Mann, der Herbst als ein etwas älterer Mann und der Winter als Greis. Vorlage war auch hier eine Stichserie von Hendrick Goltzius.


2. Lesestoff

  • Barth, Reinhard: Die Vermessung der Erde: Die Geschichte der Kartografie von der Papyrusrolle bis zum GPS, 2018.
  • Brooke-Hitching, Edward: Atlas der erfundenen Orte: Die größten Irrtümer und Lügen auf Landkarten, 2017.
  • Hapgood, Charles H.: Die Weltkarten der alten Seefahrer: Beweise für eine Hochkultur in vorgeschichtlicher Zeit, 2018.